Hausberg, Sonnberg, Galgenberg
Die Weingärten des Weinguts Martinshof liegen rund um St. Ulrich bei Neusiedl an der Zaya im Weinviertel. Mehr als die Hälfte steht auf kalkreichem Boden mit Fossilien aus dem Urmeer. Das ist der Grund, warum hier Burgunder wächst. Schon im Nachbarort sieht der Boden ganz anders aus.
Das Weinviertel in Kürze
Das Weinviertel ist Österreichs größtes Weinbaugebiet. Es liegt im Norden von Niederösterreich, zwischen Wien und der tschechischen Grenze. Bekannt ist es für Grünen Veltliner, für die Kellergassen und für seine Heurigen. St. Ulrich bei Neusiedl an der Zaya liegt rund 60 Kilometer nördlich von Wien.
Sonnberg
Der kalkreichste Boden, den wir haben: Kalkgestein, in dem man die Fossilien mit freiem Auge sieht. Hier stehen Weißburgunder und Grauburgunder. Den Namen hat der Berg wahrscheinlich, weil hier die Sonne zuerst aufgeht.
Hausberg
Der Hausberg liegt direkt neben den Häusern von St. Ulrich. Oben steinig mit Schwarzerde und Lehm, nach unten Richtung Tal Schwarzerde und Löss (ein feiner Boden aus Windablagerungen). Vom Hausberg kommt der Weißburgunder „Ried Hausberg“ („Ried“ bedeutet Einzellage) mit seinem Pfirsichduft.
Ein Teil des Hausbergs ist so steil, dass das Material für die jungen Reben früher mit der Scheibkarre hinaufgeschoben wurde. Heute fährt ein kleines Elektro-Dreirad. Wer einmal zu Fuß hinaufgeht, versteht, wie viel Arbeit in einer Flasche steckt.
Galgenberg
Gut durchmischt: oben viel Lehm, dann Stein, unten Schwarzerde und Löss. Der Name ist wörtlich zu nehmen. Hier wurde früher Gericht gehalten und gehängt. Michaels Großvater sah vor allem den fruchtbaren Boden und setzte einen Weingarten hin. Hat funktioniert: Von hier kommt heute unser Pinot Noir Galgenberg Reserve.
Was der Kalk mit dem Wein macht
| Boden | Wirkung im Glas | Rebsorten |
|---|---|---|
| Kalk | zurückhaltender im Duft, dafür kräftiger im Geschmack und lange haltbar | Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Pinot Noir |
| Lehm und Löss | sehr duftig: grüner Apfel, gelbe Birne, würzig, pfeffrig | Grüner Veltliner |
Dazu kommt das Klima. Grüner Veltliner ist eine Rebsorte für kühle Gegenden. Burgunder mag es warm, aber nicht heiß. Das Weinviertel ist in den letzten Jahrzehnten wärmer geworden. In trockenen Jahren werden die Burgunder am Martinshof laut Michael sogar noch einen Ticken besser.
16 Hektar, zusammengetragen
1988 waren es sieben Hektar mit alten Reben. Über rund zwanzig Jahre hat Michael Martin Flächen getauscht, gerodet und neu gepflanzt, bis die besten Lagen beisammen waren. Heute sind es sechzehn Hektar.